Feldhase gefunden– was tun?

Ein Feldhase wird entdeckt und wirkt hilfsbedürftig – doch nicht jedes Tier benötigt Hilfe. Sowohl Jungtiere als auch erwachsene Feldhasen werden häufig falsch eingeschätzt.

Hier erfahren Sie, wann ein Eingreifen notwendig ist und wann Sie das Tier in Ruhe lassen sollten.

Die Wildtierhilfe Eschweiler unterstützt bei Fragen rund um gefundene Feldhasen in der Region Eschweiler und Städteregion Aachen.

Braucht ein Feldhase Hilfe?

Nicht jeder Feldhase braucht Hilfe. Besonders Jungtiere werden häufig fälschlich als verwaist eingeschätzt.
Die folgenden Hinweise helfen Ihnen, die Situation richtig zu beurteilen und entsprechend zu handeln.

Wann kein Eingreifen nötig ist

Feldhasenbabys liegen einzeln in einer flachen Bodenmulde, der sogenannten Sasse. Dieses Verhalten ist völlig normal und dient ihrem Schutz.

Die Zibbe (Häsin) kehrt nur in den frühen Morgenstunden und in der Dämmerung zurück, um das Jungtier zu säugen.
Ein allein liegendes Tier ist daher in der Regel nicht verlassen.

Wichtig: Bitte nicht eingreifen und das Tier aus der Distanz beobachten!

Wann Hilfe erforderlich ist

Ein Eingreifen ist nur in bestimmten Situationen notwendig:

Wenn Sie Zweifel haben, kontaktieren Sie uns bitte vorab oder eine andere fachkundige Stelle.

Was tun im Notfall?

In Situationen akuter Gefahr ist ein schnelles und überlegtes Handeln notwendig:

So wird sichergestellt, dass das Tier bestmöglich versorgt wird.

Lebensweise und Verhalten verstehen

Über den Feldhasen

Der Feldhase (Lepus europaeus) ist ein scheuer, dämmerungsaktiver Einzelgänger, der vor allem offene Landschaften wie Felder, Wiesen und landwirtschaftlich geprägte Flächen bewohnt.

Typisch für den Feldhasen sind seine langen Löffel (Ohren) mit schwarzen Spitzen, die kräftigen Hinterläufe sowie sein bräunlich gefärbtes Fell, das ihm eine gute Tarnung in seiner Umgebung bietet.

Als Pflanzenfresser ernährt er sich überwiegend von Gräsern, Kräutern und anderen pflanzlichen Bestandteilen. Im Gegensatz zu vielen anderen Tierarten baut der Feldhase kein Nest. Stattdessen ruht er in einer flachen Bodenmulde, der sogenannten Sasse, die ihm Schutz und Tarnung bietet.

Auch die Jungtiere werden nicht in einem Nest aufgezogen, sondern einzeln in solchen Sassen abgelegt. Dieses natürliche Verhalten wird häufig missverstanden, da die Tiere allein liegend schnell als hilfsbedürftig eingeschätzt werden.

Als Wildtier ist der Feldhase an ein Leben in freier Natur angepasst und reagiert empfindlich auf Störungen. Umso wichtiger ist es, sein Verhalten zu kennen und richtig einzuordnen, um unnötiges Eingreifen zu vermeiden.

Schnelle Antworten auf die wichtigsten Fragen

Sichern Sie das Tier vorsichtig und bringen Sie es aus der Gefahrenzone. Vermeiden Sie unnötigen Stress und direkten Kontakt. Kontaktieren Sie anschließend die Wildtierhilfe Eschweiler oder eine geeignete Anlaufstelle, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Wildtiere dürfen nicht ohne Weiteres aufgenommen werden. Eine falsche Versorgung kann dem Tier schaden. Bitte immer zuerst Rücksprache mit einer fachkundigen Stelle wie der Wildtierhilfe halten.

Beobachten Sie das Tier zunächst aus sicherer Entfernung. In vielen Fällen kehren die Elterntiere zurück.
Greifen Sie nur ein, wenn das Tier verletzt, geschwächt oder eindeutig verwaist ist.

Die Wildtierhilfe Eschweiler arbeitet ehrenamtlich und finanziert sich über Spenden.
Die Versorgung erfolgt unabhängig davon, ob eine finanzielle Unterstützung möglich ist.

Nicht jedes scheinbar allein gelassene Tier ist hilfsbedürftig. Jungtiere werden häufig von den Elterntieren versorgt, auch wenn diese nicht sichtbar sind.
Hilfe ist notwendig bei:

  • sichtbaren Verletzungen
  • Schwäche oder Apathie
  • offensichtlicher Unterkühlung
  • Kontakt mit Haustieren

Wir kümmern uns insbesondere um:

  • Igel
  • Feldhasen
  • Eichhörnchen

Für andere Tierarten vermitteln wir geeignete Pflegestellen oder Ansprechpartner.

Setzen Sie das Tier in einen gut belüfteten Karton mit weichem Untergrund (z. B. Handtuch).
Halten Sie es warm, ruhig und dunkel.
Keine Fütterung oder Wasser geben, bevor eine fachliche Einschätzung erfolgt ist.

Ja, Unterstützung ist möglich durch:

  • Spenden
  • Sachspenden (z. B. Futter, Handtücher)
  • Mithilfe oder Pflegeunterstützung

Wir freuen uns über Ihre Hilfe

Hier erfahren Sie, in welchen Bereichen Sie unsere Wildtierhilfe unterstützen können.